Naturhuf und Ponies

Fütterung, Haltung und Pflege

20. Oktober 2021

Liebe Besucherin, lieber Besucher

Auf unserer Homepage geht es um Fütterung, Haltung und Pflege von Ponies und Pferden. Ein Versuch sich dem Modell der Wildpferde anzunähern. Stetig lernen wir dazu, beobachten unsere kleine Herde, betrachten neu, passen an, verfeinern ...

In diesem Sinne ein unterhaltsames Verweilen!
Miriam Piguet und Christoph Elsaesser

PS: Auf unserer Linkseite findest Du weiterführende Links und Artikel zum Thema Barhuf, Gesundheit und Ernährung und Zubehör.

PPS: Bitte schreibe uns, falls ein Link oder etwas anderes auf unserer Homepage nicht korrekt funktionieren sollte. Vielen Dank!

Homepagechronik:

DIY Komposteinstreu

In diesem Video stellen wir unser aktiv belüftetes Kompostsystem vor, welches wir im Eigenbau nach dem Bauplan Micro-Bin der Firma O2-Compost erstellt haben. Damit gewinnen wir aus den Peferdeäpfeln unserer Ponys Einstreu mittels aktiver Intervall-Belüftung durch ein Luftburgen-Gebläse. Dieses wird durch einen Timer gesteuert (z.B. alle 15 oder 30 Minuten 1-2 Minuten Einschaltzeit). Nach 30 Tagen ist der Kompost-Vorgang abgeschlossen und der Kompost danach als Einstreu verwendbar.

-> hier geht's zum Video

DIY Slowfeeder | Fressfässli | Futterspielzeug | Trickle Feeder

In diesem Video stellen wir unser DIY Fressfässchen in Aktion vor.

Basil unser kleines "Trickpony" kann damit viel vergnügliche Zeit verbringen - selbst wenn daneben ein grosser Haufen Heu frei zur Verfügung liegt. Im Video schmatzt auch unsere 30 jährige Molly mit.

Ausgangsmaterial ist ein Getränkefass (Polyethylen (PE)/15 Liter) aus dem örtlichen Landwirtschaftsbedarf. Die Löcher haben wir mit einem Zirkel angezeichnet und danach als Startpunkt zum Sägen mit einem Bohrer ein Loch im innern des Kreises gebohrt. Der Durchmesser des Bohrers richtet sich nach der Tiefe des Sägeblattes (Rundschnittblatt) der Stichsäge. Mit dieser sägen wir im Anschluss die Löcher. Danach die Ränder mit 120er Schleifpapier glätten. 5cm weite Löcher haben sich bei unseren Ponies bewährt (Shetland, Island und Highland).

Um die Pferde an das Futterspielzeug zu gewöhnen, solltest Du zu Beginn eher kurzes Heu nur sehr lose einfüllen. Je dichter gestopft das Futterspielzeug ist, desto schwieriger ist es für den Anfänger und die Frustration damit grösser als der Erfolg. Viel Freude beim Nachbau!

-> hier geht's zum Video

Barhuf in Zeitlupe

Dieses Rockleyfarm-Zeitlupe-Video von Nic Barker hat uns sehr beindruckt und darum möchten wir es mit Euch teilen. Ein Genuss, danke Nic Barker!

-> weitere Rockleyfarmvideos

Buchempfehlung

Das neue Buch von Nic Barker: Performance Hoof, Performance Horse ist ab sofort bei direkt beim Verlag TheCrowoodPress oder über Amazon erhältlich :)!

Heunetzfütterung Impressionen

  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung
  • Fotoserie Heunetzfütterung

Hufschuheinlagen DiY: aus 1 mach 3 :)

  • Fotoserie Hufschuheinlagen DiY: aus 1 mach 3 :)
  • Fotoserie Hufschuheinlagen DiY: aus 1 mach 3 :)
  • Fotoserie Hufschuheinlagen DiY: aus 1 mach 3 :)
  • Fotoserie Hufschuheinlagen DiY: aus 1 mach 3 :)

verwendetes Material

  • Ausschneid-Schablone für Hufschuheinlagen Easy, Epic und Bare
  • Easyboot Comfortpads gross (12mm, Grösse 3-7)

DiY: Hufschuhe Easy Epic mit Reflektor

  • Fotoserie Hufschuheinlagen DiY: aus 1 mach 3 :)
  • Fotoserie Hufschuheinlagen DiY: aus 1 mach 3 :)

Pferd/Pony mit PPID/Cushing's Disease und
EMS (Equine metabolic Syndrome)

Futter für den Notfall

Übersetzung Stand (14.2.2021):
Christoph Elsaesser und Miriam Piguet
Originaltext in englischer Sprache:
https://www.ecirhorse.org/DDT+E-diet.php

Nährstoffbedarf für Pferde/Ponys mit PPID/Cushing's Disease und EMS (Equine metabolic Syndrome)

Das richtige Futter ist enorm wichtig bei der Kontrolle des Insulinspiegels und hilft Komplikationen wie übermässige Gewichtszu- oder abnahme, Muskelschwund, Schwäche, abnormale Fettdepots und Hufrehe zu verhindern oder gar rückgängig zu machen. Manche dieser nformationen mögen neu für Dich sein. Sie basieren auf den Forschungen des NRCs (National Research Council): „Nutrient Requierments of Horses“ und den Erfahrungen der ECIR Gruppe. Mit der Zeit wirst Du feststellen, dass diese Art der Fütterung durchaus Sinn macht und es in der Umsetzung nicht annähernd so kompliziert ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Schritt eins - Futter für den Notfall

Das Futter für den Notfall hilft, verbreitete Mängel zu beheben und den Anteil der einfachen Kohlenhydrate im Futter zu senken. Auch wenn sich herausstellen sollte, dass Dein Pferd/Pony keine EMS-Diagnose bekommt, schadet ihm das nicht. Diese Art der Fütterung passt für jedes Pferd, obwohl arbeitende, im Wachstum befindende und tragende Pferde spezielle Bedürfnisse bei Kalorien und Mineralien haben.

Schritt zwei - Heu testen

Da das Notfallfutter hinsichtlich der Mineralstoffversorgung des Pferdes wahrscheinlich nicht gänzlich ausbalanciert sein wird, ist eine detaillierte Heuanalyse wichtig mit derer Hilfe die benötigten Mineralien zur Ausbalancierung dann im korrektem Verhältnis und entsprechender Menge zusammengestellt werden können. Proteine, Aminosäuren und Vitamine können individuell und nach Bedarf angepasst werden. Dies hilft, die allgemeine Gesundheit über lange Zeit sicherzustellen.

Anmerkung von uns: Im Originaltext folgt an dieser Stelle eine Auflistung von amerikanischen und internationalen Labors. Wir lassen unsere Analysen jeweils bei Equi Analytical durchführen. Eine Anleitung mit den dazughörigen Formularen findest Du unter: naturhuf.ch/links.php#heuanalysen

Aus was besteht das Futter für den Notfall?

Zucker-/Stärkearmes Heu. Für die meisten Pferde ist Heu ideal, dessen ESC (Ethanollösliche Kohlenhydrate) und Stärke zusammen unter 10% sind. Wiesen-Lieschgras (Timotheegras), Knaulgras und Bermudagras (Hundszahngras) beinhalten tendenziell weniger Einfachzucker und Stärke. Vermeide Luzerne, ausser Dein Pferd ist in der Vergangenheit bereits gut damit zurecht gekommen. Die Farbe des Heus sagt nichts über den Zucker und Stärkegehalt aus.

Heu wässern senkt den Zuckergehalt. Bevor keine genaue Analyse vorliegt, solltest Du das Heu vor dem Verfüttern sicherheitshalber eine halbe Stunde im heissen oder eine Stunde im kalten Wasser einweichen und danach gut abtropfen lassen (dadurch kann der Zuckergehalt um durchschnittlich bis zu 30% gesenkt werden). Verfüttere davon 1.5-2% des idealen Körpergewichts-Minimum (z.B. 7–9 kg/Tag für ein 450kg schweres Pferd).

Falls Dein Pferd Übergewicht hat, verfüttere 1.5% von seinem jetzigen Gewicht oder 2% vom Idealgewicht an Heu. Wähle davon die höhere Menge. Wichtig: Lass das Pferd niemals hungern. Benütze als Einstreu Hobelspäne statt Stroh, da gewisse Pferde auch gerne Stroh fressen.

Für sicheres Einweichen in sehr kalten oder warmen Temeperaturen eigenen sich isolierte Behälter z.B. auf Rädern.

Rübenschnitzel eignen sich als Träger für die Futterzusätze/Mineralien. Spüle die Rübenschnitzel vor dem Einweichen gut mit Wasser ab, bis dieses klar abläuft (entfernen von Eisen und Dreck). Weiche die Schnitzel in kaltem Wasser (Rübenschnitzel-Pellets ca. 12 h) oder warmem (geht entsprechend schneller) und spüle diese danach nochmal gründlich mit Wasser ab, bis dieses wieder klar abläuft. Es kann eine Weile dauern, bis sich Dein Pferd an die Rübenschnitzel gewöhnt hat. Gib nicht auf, falls Dein Pferd anfänglich die „Nase rümpfen“ sollte :).

Die meisten Pferde fressen Rübenschnitzel gerne, aber kranke/gestresste Pferde können wählerisch sein. Versuche es in diesem Fall mit folgenden Zutaten je einzeln: Pfefferminzextrakt, Rande- oder Anispulver, zuckerfreie Aromen, Salbei, Bockshornklee, einen Teelöffel Weizenkeime oder ein paar Heuwürfel. Probiere am besten zuerst aus, welche Aromen Deinem Pferd munden, bevor Du damit eine Ladung Rübenschnitzel versiehst …

Bemerkung: Alle Gewichtsangaben beziehen sich auf die Trockenmasse (also das Gewicht vor dem Einweichen). Bei der Gewichtsbestimmung leistet eine Federwaage mit angehängtem Heunetz/Kübel gute Dienste (Anmerkung von uns: https://de.wikipedia.org/wiki/Federwaage).

Falls Du das Heu nicht wässern kannst, ersetze 1/3 der totalen Heuration mit Rübenschnitzeln im Verhältnis 1 Teil Rübenschnitzel als Ersatz für 2 Teile Heu. Mit anderen Worten: bei einer totalen Heuration von 9 kg wären das 6 kg Heu und 1.5 kg Rübenschnitzelpellets. Heu mit Rübenschnitzeln zu ersetzen senkt den glykämischen Index des Futters (ratsam bei hohem Insulinspiegel). Da Rübenschnitzel besser verdaulich sind als Heu, sind diese auch ein gute Wahl bei untergewichtigen Pferden. Falls das Pferd untergewichtig sein sollte, ersetze 1/3 des geschätzten Heubedarfs mit Rübenschnitzeln (siehe oben) im Verhältnis 1 Teil Rübenschnitzel als Ersatz für 1 Teil Heu.

Was Du nicht nicht füttern darfst:

  • Getreide
  • Pelletiertes Futter, Müsli welches Getreideprodukte oder Melasse enthält (die Etikette gibt Auskunft)
  • Gras/Wiese/Weide jeglicher Art
  • Karrotten, Äpfel oder Leckerlis die Zucker enthalten
  • melassierte Rübenschnitzel (Anmerkung von uns: Wir verwenden mangels Alternative melassierte Rübenschnitzelpellets aus dem Landi und spülen diese sowohl vor als auch nach dem Einweichen (ca. 12 h) mit warmem Wasser gründlich durch um die Melasse loszuwerden).

Was Du füttern solltest:

  • jodiertes Salz - 28-56g (Anmerkung von uns: 25-50g) pro Tag (ca. 1 bis 2 gehäufte Esslöffel). Normales jodiertes Speisesalz als Zusatz zu den Rübenschnitzeln ist ok. Kelp sollte nicht gemeinsam mit jodiertem Salz verfüttert werden.
  • Magnesium - 1.5 gr/Tag auf 500 kg Körpergewicht (als kurzfristige Massnahme bis die Heuanalyse bestätigt, ob es benötigt wird oder nicht und falls ja, wieviel davon). Dabei kann Magnesium z.B. in Form eines Nahrungsergänzungsmittels für Menschen oder z.B. als Magnesiumoxid aus dem Tierfutterbereich verwendet werden. Ein halber Teelöffel Magnesiumoxid enthält ca. 1.5 g Magneisum.
  • Vitamin E - 1000 IU/Tag auf 500 kg Körpergewicht (am einfachsten für Menschen erhältlich z.B. als Gelkapseln den Rübenschnitzeln hinzugefügt.)
  • Leinsamen - 85g (Anmerkung von uns: 50-100g) frisch geschroteter (Anmerkung von uns: kleine Kaffemühle mit drehendem Messer) oder stabilisierter Leinsamen um die korrekte Balance zwischen Omega 3 und 6 sicherzustellen.

Die meisten Mitglieder der ECIR Gruppe haben diese Zutaten erfolgreich unter die gespülten, eingeweichten und wieder gespülten Rübenschnitzel gemischt. Allmähliches Erhöhen des Salzes bei schlechten Essern kann helfen es besser anzunehmen.

Wie es weitergeht

Es ist wichtig zu wissen, dass die Notfall-Fütterung nur eine temporäre Massnahme und nicht für die Langzeitanwendung gedacht ist. Die Chance ist relativ klein, dass dieses Futter adäquat mit Mineralien ausbalanciert ist. Die Heu oder Heu-/Rübenschnitzelgemischmenge bleibt gleich wie in der Notfall-Fütterung beschrieben, aber abhängig vom Zucker/Stärkegehalt des Heus, muss es unter Umständen auch weiterhin gewässert werden. Die realen Mineralbedürfnisse können aber enorm von den oben genannten Zahlen der Notfallfütterung abweichen, und zusätzlich das Zufüttern einiger oder aller der folgenden Zusätze erfordern: Calcium, Phosphor, Magneium, Zink, Kupfer, Mangan, Selen und Jod.

Das Heu sollte möglichst schnell analysiert werden, damit das zur Grundfütterung passende Mineral-Ergänzungs-Programm gestartet werden kann. Es ist kostengünstig und eine enorme Verbesserung gegenüber vorgemischten Vitamin-/Mineralfuttern zugleich. Beginne mit den oben beschriebenen Veränderungen, und die ECIR-Gruppe kann Dir weiterhelfen, sobald eine entsprechende Heuanalyse vorhanden ist.

Ende des Artikels

Hufrehewarnung:

Achtungsignal mit einem Rehehuf

Sinken die nächtlichen Temperaturen unter 5 Grad Celsius, können die Gräser die im Verlauf des Tages gespeicherte Sonnenenergie über Nacht nicht mehr in Wachstum umsetzen. Daraus resultiert ein hoher Zuckergehalt im Gras, der den metabolischen Haushalt unserer Ponies/Pferde überfordert und zu akuter Hufrehe führen kann!
(->Notfalldiät bei Insulinresistenz und Hufrehe)

WICHTIG:
Hufrehekranke Ponies/Pferde gehören - unabhängig von Temperatur und Jahreszeit - NICHT auf die Weide!

(->Notfalldiät bei Insulinresistenz und Hufrehe)

Auch wenn kohlenhydratreiches Gras beim gesunden Pony/Pferd nicht direkt zu einer schweren Hufrehe führen muss: Hufhorn welches von einem nicht optimal ernährten Körper gebildet wird, führt zu schwachen Hufen. Diese sind nicht so leistungsfähig und stark, wie sie es eigentlich sein könnten und behindern das Pony bei seiner Arbeit oder in seiner freien Bewegung.

Ein hoher Zuckergehalt im Weidegras führt zu einem schnell ansteigenden Insulinspiegel. Dies begünstigt die Bildung von Fettpolstern (Insulinresistenz genannt). Die im "Speck" gebunkerte Energie fehlt nun für den Betrieb der Muskulatur. Die Ponies/Pferde werden dick und antriebslos.

Damit die Wiesen im Frühjahr wieder gutes Futter hergeben, brauchen sie über den Winter Ruhe. Gestresste und kurzgefressene/-gemähte Wiesen sind ungesund!

weiterführende Links

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Gestaltung und Realisation:
Christoph Elsaesser